Archäologie: Neue Maya-Stadt in Guatemala entdeckt

Datum: 12. März 2009 - 16:38:47 - Autor: myko

Im Dschungel Guatemalas haben Archäologen eine neue Maya-Stadt entdeckt. Die Region Mirador, die zu Zeiten der Mayas als Königreich der Schlange bezeichnet wurde, gilt als Wiege der Maya-Kultur.

Es wurde dort bereits eine Vielzahl an Objekten aus der Präklassik (ca 1000 v.Chr. bis 150 n.Chr. ) gefunden. Durchgeführt werden die Ausgrabungen von einem Team um Richard Hansen und Joseph Craig Argyle vom Institute for Mesoamerican Research an der Idaho State University.

Auf Friesen, die die alten Wasserspeicher der Siedlung zieren, sind Darstellungen von Schwimmern zu sehen, die von Gestalten der Maya-Mythik flankiert werden.

Richard Hansen vermutet, dass es sich bei den Schwimmern um die Zwillingsbrüder Hunahpu und Xbalanque aus dem Popul Vuh, dem Schöpfungsmythos der Mayas, handelt. “Einer der Schwimmer trägt einen abgetrennten Kopf bei sich, bei dem es sich wahrscheinlich um den Kopf seines Vaters handelt. Der andere Schwimmer hat den Kopfschmuck eines Jaguars, der ihn also offenbar als den Zwillingshelden Xbalanque auszeichnet”, erläutert Hansen weiter. Xbalanque wird meist mit Jaguarkopf dargestellt, da der Name etwa mit Junge Sonne Jaguar übersetzt werden kann.
Durch dieses Fries konnte das Popul Vuh, das bisher nur in Abschriften vorlag nun als tatsächlich historische präklassische Maya-Schrift bestätigt werden.
Weiterhin wurden an der Ausgrabungsstelle Friese mit anderen mythischen Gestalten (so zum Beispiel eine wellenformige Schlange) gefunden.

Foto: Wikipedia / Raymond Ostertag

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